Kinder machen Bücher: Förderung der „Buchkinder Leipzig e.V.“

Kinder lieben Geschichten, denken sich welche aus. In der Buch- und Schreibwerkstatt der Buchkinder Leipzig e.V. entwickeln Kinder und Jugendliche
zwischen 4 und 18 Jahren eigene illustrierte Geschichten. Sie überlegen und diskutieren ihre Ideen, schreiben sie auf, zeichnen, setzen und drucken, bis die bunten Produkte ihrer Fantasie gebunden zwischen zwei Buchdeckeln vorliegen.
Ziel ist es, über den spielerischen Umgang mit Sprache den Kindern zu ihrem eigenen Ausdruck zu verhelfen, Kreativität, Sozial- und Lesekompetenzen
zu fördern.
Die Wechselwirkungen zwischen Bildern und Texten lassen aberwitzige Bücher entstehen, deren Ideen- und Ausdrucksvielfalt immer wieder überraschen.

In der Büchergilde Gutenberg wird ein originalgetreuer Nachdruck eines Buchs aus der Werkstatt der Bücherkinder angeboten. Mit dem Erlös werden die Buchkinder Leipzig e.V. gefördert.

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„Meine erste Bibliothek“
Leseförderung für Kinder mit Migrationshintergrund an der Erich-Kästner-Schule in Bonn

Neun Kinder schauen gespannt auf das hochgehaltene Buch. Eine zukünftige BuchPatin liest vor – ein erster Eindruck wie interessant Bücher sein können. Alle sind in freudiger Erwartung! Eltern, Kinder und Paten lernen sich heute zum ersten Mal kennen. Dies ist der Start für ein Projekt, das nun im zweiten Jahr für die beiden ersten Klassen an der Erich-Kästner-Schule durchgeführt wird. Kinder aus Sri Lanka, Nepal, Türkei, Algerien, Ghana, China und vielen anderen Ländern besuchen die Erich-KästnerSchule. An sie richtet sich dieses Projekt.

„Mit Meine erste Bibliothek wollen wir Kindern aus zugewanderten Familien den Zugang zu Büchern ermöglichen, in ihnen die Liebe zum Buch und zum Lesen wecken“ sagt Frau Çetinkaya, die Vorsitzende des Vereins Kultur verbindet, der dieses Projekt entwickelt hat und an mehreren Bonner Schulen durchführt. „Wir möchten das Selbstvertrauen von Kindern mit Migrationshintergrund stärken, ihre sprachliche Kompetenz erweitern und ihre Freude am Lernen unterstützen. Und unsere Erfahrung zeigt, dass das mit unserem Konzept gut gelingt.“

Einmal wöchentlich lesen die Erstklässler gemeinsam mit ihrem Buch-Paten während der Unterrichtszeit in einem Buch, das sie zuvor aus einer mit hochwertigen Büchern bestückten Kiste ausgesucht haben. Ist das Buch gemeinsam „erlesen“, dann darf es das Kind stolz als Geschenk mit nach Hause nehmen. Nach einem halben Jahr erhalten die Kinder eine kleine Bücherkiste, in der sie nun ihre erste kleine Bibliothek unterbringen können. Paten, Kinder und Lehrer haben strahlende Augen, wenn sie von den Begegnungen erzählen. „Es geht uns um mehr als die Bücher“, sagt Gerrit Oppelland-Hampel, die Projektmanagerin. „Die Bücher sind wichtig, weil sie ganz andere Lebenswelten erschließen und ein wunderbares Medium zwischen einem Erwachsenen und einem Kind sind. Wir möchten Freundschaften bilden zwischen verschiedenen Kulturen und den Kindern die Möglichkeiten geben, Leseerfahrungen mit ihren deutschstämmigen Klassenkameraden zu teilen“. Einmal im Monat bietet der Verein außerdem einen „Ausflug zur Kultur“ an. Da steht ein Kinderkonzert von Baba, dem kleinen Elefanten auf dem Programm, ein Besuch im Deutschen Museum oder ein Besuch im Kindertheater. Wenn möglich, begleiten die Buch-Paten die Kinder zu diesen Veranstaltungen. Das Projekt ist auf langfristige Beziehungen angelegt. Viele BuchPaten lesen zwei oder drei Jahre mit ihren Patenkindern. Selbstvertrauen, sprachliche Fähigkeiten, Lesefähigkeit und der Umfang der ersten Bibliothek wachsen sichtbar! Über die Welt des Lesens e.V. finanzieren wir die Anschaffung der Bücher und Bücherkisten bis zum Ende des 2. Schulhalbjahrs 2014. Alle Lesepaten arbeiten ehrenamtlich.

Projektverantwortliche ist Gerrit Oppelland-Hampel

 
       
   

Lesejahr – Ein Buch im Monat

2012 lasen die 25 Kinder der Klasse 5G an der Otto-Hahn-Schule in Hanau jeden Monat gemeinsam ein Buch. Wöchentlich wurde in der Schulbibliothek auf roten Lümmel-Sofas geschmökert. Dann wieder wurde die Lektüre in Kleingruppen diskutiert oder im Stuhlkreis besprochen und ausgewertet. Zu jedem Buch fertigen die Kinder einen Eintrag in ihrem persönlichen Lesetagebuch an. Hier wurde gezeichnet und notiert, welche Gedanken den Kindern beim Lesen kamen: welche Textstelle beispielsweise besonders spannend oder welche Romanfigur die liebste war. Außerdem gab es ein Glossar, in dem schwierige Wörter gesammelt und erklärt wurden.

Bei manchen Büchern war sich die Klasse in der Bewertung der Lektüre einig, wie bei Der fabelhafte Mr. Fox von Roald Dahl. Andere Bücher fanden vorwiegend Freunde unter den Mädchen oder unter geübteren Lesern. Die Buchlektüre wurden von weiteren Aktivitäten begleitet: einer Autorenlesung, den Besuch einer Buchhandlung und Theaterinszenierung von Rico und Oscar im Staatstheater Wiesbaden.

Finanziert wurde das Projekt ausschließlich durch private Spenden. Mit der Zusage der „Welt des Lesens e.V.“ zur Förderung dieses Projekts wurde die Durchführung wie geplant bis zum Jahresende gesichert. Finanzierungsbedarf bestand für weitere Bücherkisten und eine Abschlussveranstaltung.

Viele Kinder der Klasse diskutieren mittlerweile eifrig über Bücher, – auch über solche, die nicht gemeinsam gelesen wurden. Und eine Mutter schrieb: „Er (...) ist der klassische Lesemuffel – nach unserem Eindruck hat er durch das Projekt die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnen kann, ein Buch zur Hand zu nehmen. Er hat gelernt, seine Gedanken und Fragen zum Inhalt zu formulieren. Ein tolles Ergebnis.“

Höhepunkt war im letzten Jahr eine Veranstaltung mit dem Buchillustrator Mehrdad Zaeri. Er zeigte der Projektklasse beim Live-Zeichnen das Illustrieren von Büchern und redete mit den Kindern über Fantasie und Einfälle, die ihm beim Lesen kommen und zu Bildern anregen. Spontan zeichnete Mehrdad Zaeri eine Bildergeschichte. Jedes Kind der Klasse 6Gd schrieb auf Grundlage der Bilder eine eigene Geschichte.

Ausgewählte Geschichten der Kinder können Sie hier nachlesen »

Projektverantwortliche ist die Deutschlehrerin Dagmar Hofmann.

       
 

Fürs Leben lesen lernen

Das Projekt zur Förderung von Lesemotivation und Lesekompetenz im Jahrgang 6 der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Duisburg zeigte zum Schuljahresabschluss einige Erfolge. Das Interesse der Schülerinnen und Schüler am Medium Buch konnte durch das regelmäßige Lesen und begleitende Veranstaltungen geweckt werden. Eine hohe Motivation, Bücher zu lesen, stellte sich ein, sobald ein persönlicher Bezug hergestellt werden konnte. Besonders gut gelang dies bei begleitenden Autorenlesungen in der Klasse.

Außerdem setzten sich die Kinder regelmäßig kreativ und analytisch mit ihrer
Lektüre auseinander, woraus kurze Präsentationen entstanden, die auch das Sprechen und Urteilen über Literatur schulten. Der zweite Schwerpunkt des Projektes lag auf der Ausbildung und Vertiefung von Lesefertigkeiten. Dabei wurde Wert auf das Vorlesen, das schnelle Lesen und die Sinnerfassung gelegt. Das Niveau konnte von größtenteils unterdurchschnittlich auf größtenteils durchschnittlich gehoben werden. Die Ausbildung der Fähigkeit gut zu lesen und das Gelesene auch zu verstehen, erfordert allerdings viel Zeit und eine individuelle Förderung.

Die positiven Ergebnisse und die Feststellung, dass die Fähigkeit zu Lesen bei den Kinder n dieser Gesamtschule unterdurchschnittlich ausgeprägt ist und durch das Projekt verbessert werden konnte, machte die Notwendigkeit einer dauerhaften Implementierung des Projekts deutlich. Im nächsten Schuljahr soll das Konzept daher auf alle Klassen des Jahrgangs 6 ausgeweitet werden. Die Ausbildung der Lesekompetenz in den jetzigen Klassen wird weiter unterstützt. Förderbedarf besteht für die Anschaffung von Material und Büchern. Wir können damit die Basis für eine dauerhafte eigenständige Fortführung des Projekts an der Heinrich- Heine-Gesamtschule schaffen.

Projektverantwortliche ist die Deutschlehrerin Jessica Klamke.

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www.buechergilde.de Über Die Welt des Lesens e.V.